Bildungsmanagement Online

Weblog für Bildungsmanager, ZWH e.V.

Prof. Hurrelmann: „BO-Programm passt ideal zur Lebenssituation von Jugendlichen!“

Donnerstag 16. Juni 2011 von mschuette

Wie wird das BMBF-Berufsorientierungsprogramm vor Ort umgesetzt? Wo gibt es Optimierungsbedarf? Wie kommt es bei Eltern, Schülern und Lehrern an? Mit diesen Fragen setzten sich 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Bildungszentren am 9. Juni beim Erfahrungsaustausch zum BO-Programm in Hamburg auseinander.

Im Curio-Haus – Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut für die “Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens” – tauschten die Teilnehmer ihre Erfahrungen aus und gaben Anregungen für zukünftige Verbesserungen. Warum das BO-Programm und die aktuelle Lebenssituation von Jugendlichen so gut zusammen passen, das erläuterte Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Hertie School of Governance) in seinem Vortrag.

“Ich bin begeistert von der Idee des BO-Programms!”

Die heutige Lebenssituation der Jugendlichen sei gekennzeichnet durch eine “Mischung aus Unsicherheiten”. Einerseits haben junge Menschen sehr viel Freiheit, viele Konsum- und Kontaktmöglichkeiten. Dadurch erlangen sie sehr früh eine Selbstständigkeit. Andererseits bestehe eine große berufliche Unsicherheit, denn es existiere keine Garantie auf Berufstätigkeit. Sich auf diese Ungewissheiten einzustellen, das sei charakteristisch für die Jugendphase heute.
Die Reaktion auf diese Ausgangssituation: Nach immer mehr und immer höheren Bildungsabschlüssen streben. “Immer noch einen oben drauf setzen”, so skizzierte der Sozialwissenschaftler das taktische, aber nachvollziehbare Verhalten der Jugendlichen. Bei dieser Optimierungsstrategie seien die Inhalte nachrangig. Es zählen vielmehr die Zeugnisse und Abschlüsse und ihre mögliche spätere Verwertbarkeit.

„Situationen erleben, die hier und jetzt gelten“

Genau in dieser Ausgangslage sei das BO-Programm ideal. Denn: Dieses Programm lasse es zu, Situationen zu erleben, die “hier und jetzt” gelten. Es ermögliche “das Eintauchen in das tatsächliche Leben” und die Erfahrung, etwas zu produzieren oder eine Dienstleistung zu erbringen. Exemplarisches  Erleben, Berufsfelder kennenlernen und gleichzeitig keine Entscheidung für nur einen Beruf treffen zu müssen – genau hier setze das Programm an und funktioniere deshalb bei den Jugendlichen “wunderbar”.
Prof. Hurrelmann schloss seinen Vortrag mit einem Wunsch für die Zukunft: “Das Konzept sollte verbreitert werden, sollte zur Regel werden!”. Es sei wünschenswert, das ganze Schulsystem in eine solche Richtung umzugestalten und damit unmittelbares Lernen während der Schulzeit zu fördern. Ein Schulsystem, was eine Schulform beinhaltet, die berufsorientiert arbeitet, würde für Jugendliche genau da ansetzen, wo sie jetzt verunsichert sind und nur noch mit der „Jagd nach Abschlüssen“ reagieren.
Die Dokumentation aller weiteren Vorträge sowie der gesammelten Workshop-Ergebnisse finden Sie im Anschluss an den zweiten Erfahrungsaustausch (am 12. Juli in Bonn) hier auf der Website.

Für den Erfahrungstausch in Bonn können Sie sich noch anmelden:

Faxanmeldung Bonn
Ihre Ansprechpartnerin ist:
Jennifer Chandrasegaram (ZWH)
Telefon: 0211 / 30 20 09 -29
E-Mail: jchandrasegaram(at)zwh.de

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 16. Juni 2011 um 07:28 und abgelegt unter Berufsvorbereitung. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentar schreiben