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Archiv für Januar, 2011

Handwerkspräsident Kentzler setzt Zeichen für Integration

Dienstag 18. Januar 2011 von mschuette

Das Handwerk will die Chancen der dualen Berufsausbildung bei Zuwanderern in Deutschland bekannter machen. “Gerade den Zuwanderungsfamilien, die unser System der Berufsausbildung aus dem Heimatland nicht kennen, müssen wir die Augen für die Karrierechancen öffnen”, forderte Handwerkspräsident Otto Kentzler auf einem “Integrationsforum” des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin.

“Im Handwerk zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hinwill!”, sendete Kentzler ein deutliches Signal für die Integration. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatministerin Prof. Maria Böhmer, und der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, diskutierten auf dem ZDH-Forum mit Teilnehmern aus Politik, Handwerk, Migrantenorganisationen, Wirtschaft und Gesellschaft.

Das Handwerk wirbt nicht erst seit heute um Menschen mit Migrationshintergrund. Ein Drittel aller Jugendlichen mit einem ausländischen Pass lernt derzeit im Handwerk. 60.000 Unternehmer haben einen ausländischen Pass. Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund, die im Handwerk arbeiten, wird auf rund 20 Prozent geschätzt – fast eine Million. Nach den Debatten des vergangenen Jahres forderte Kentzler ein Jahr der Lösungen und des Fortschritts beim Thema Integration: “Wer sich engagiert, dem hat das Handwerk viel zu bieten: eine hochkarätige Ausbildung, hervorragende Chancen am Arbeitmarkt und ein enges persönliches Miteinander im Betrieb. Da gelingt auch die gesellschaftliche Integration.

Quelle: http://www.zdh.de/

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Übergangssystem zwischen Schule und Ausbildung dringend reformbedürftig

Montag 17. Januar 2011 von mschuette

Ergebnisse einer Expertenbefragung von BIBB und Bertelsmann Stiftung:

Das Übergangssystem zwischen Schule und Berufsausbildung ist dringend reformbedürftig. Zu diesem Schluss gelangen rund 500 Berufsbildungsexpertinnen und -experten, die im Rahmen einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bertelsmann Stiftung die gegenwärtigen Bedingungen beim Übergang Schule – Berufsausbildung bewerteten. Eine große Mehrheit von 89 % gibt an, dass es beim Einsatz von finanziellen Mitteln und Personal im Übergangssystem an Effektivität mangelt. Mehr als drei Viertel der Fachleute kritisieren, dass die zahlreichen unterschiedlichen Maßnahmen und Bildungsgänge inzwischen kaum noch zu überblicken sind. Trotz aller notwendigen Reformen ist das Übergangssystem aber grundsätzlich unverzichtbar: 81 % der Berufsbildungsfachleute sind der Meinung, dass auch in Zukunft Maßnahmen und Aktivitäten erforderlich sein werden, um Jugendliche beim Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung zu unterstützen.

Im Jahr 2009 begannen immer noch rund 347.000 Jugendliche mit einer Übergangsmaßnahme zwischen Schule und Berufsausbildung. Nach Schätzungen von Fachleuten führt dies zu Kosten von jährlich über 4 Milliarden Euro. Oft sind es Jugendliche aus weniger privilegierten Familien, die Probleme bei der Berufswahl und Ausbildungssuche haben. Vor diesem Hintergrund fordern die Expertinnen und Experten, bereits in den allgemeinbildenden Schulen mehr für die Prävention zu tun: Mehr als 80 % wünschen sich ein eigenständiges Fach “Berufsorientierung”. Dieses sollte von allen Schülerinnen und Schülern über mehrere Jahre besucht werden. Zudem sollte für alle gefährdeten Jugendlichen eine individuelle Übergangsbegleitung von der Schule in die Ausbildung mit einer festen Vertrauensperson erfolgen. Betriebe sollten bei Schwierigkeiten in der Ausbildung, bei denen zum Beispiel ein Ausbildungsabbruch droht, kostenfrei auf einen externen persönlichen Ansprechpartner zurückgreifen können, so die Forderung von 85 % der Fachleute.

Nach Auffassung von Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, könne es sich Deutschland schlichtweg nicht mehr leisten, viele Jugendliche erst über Umwege oder Warteschleifen in eine Ausbildung zu bringen oder sie sogar ganz ohne Berufsausbildung auf den Arbeitsmarkt zu entlassen. “Wir brauchen klare und transparente Übergangswege, die den Jugendlichen nützen und ihnen die Chance auf einen Ausbildungsplatz geben”, so Dräger.
“Die vielen Programme und Initiativen, die schon heute neue Ansätze zur Unterstützung der Jugendlichen beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung erproben, müssen besser miteinander verbunden werden”, sagte BIBB-Präsident Manfred Kremer. Vieles laufe zu unkoordiniert nebeneinander her und selbst Fachleuten falle es mittlerweile schwer, den Überblick zu behalten. Die Studie zeige nun, welche der vorhandenen Ansätze aus der Perspektive der verschiedenen Akteure in der Berufsbildung ausgeweitet und verstetigt werden sollten.

Für die Studie wurden innerhalb des “Expertenmonitors Berufliche Bildung” des BIBB im Herbst 2010 deutschlandweit rund 500 Berufsbildungsfachleute befragt. Die Fachleute stammen aus unterschiedlichsten Institutionen wie zum Beispiel Betrieben, Schulen, überbetrieblichen Bildungsstätten, Kammern, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Forschungseinrichtungen.

Die gemeinsame Studie des BIBB und der Bertelsmann Stiftung “Reform des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung: Aktuelle Vorschläge im Urteil von Berufsbildungsexperten und Jugendlichen” kann kostenlos unter www.expertenmonitor.de abgerufen werden.

Ansprechpartner im BIBB:
Andreas Krewerth, Tel.: 0228 / 107-1110

Ansprechpartnerin bei der Bertelsmann Stiftung:
Christine Gouverneur, Tel.: 05241 / 8181-413
E-Mail: christine.gouverneur@bertelsmann-stiftung.de

BIBB und Bertelsmann Stiftung veröffentlichen diese Pressemitteilung parallel.

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

Quelle: http://www.bibb.de/de/56971.htm

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Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse: FAQs im »Wegweiser Anerkennung« vom WHKT

Mittwoch 12. Januar 2011 von mschuette

Das Thema Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ist ein aktuelles und zugleich komplexes Themengebiet. Allein die Anerkennungsmöglichkeiten im Bereich der beruflichen Bildung sind schon recht kompliziert, da es viele Rechtsgrundlagen und auch eine Vielzahl an Ansprechpartnern für die unterschiedlichsten Anerkennungswünsche gibt.

Um für mehr Transparenz zu sorgen und einige Hintergrunddetails zu vermitteln, hat der WHKT im Rahmen seiner Beteiligung am bundesweiten IQ-Netzwerk die 30 wichtigsten Fragen zum Themenkomplex zusammengestellt und diese mit hoher Praxisnähe beantwortet.

So ist ein übersichtlicher Wegweiser entstanden, der den Einstieg ins Thema über konkrete Fragestellungen erleichtert. Von den Formen der Anerkennung, über die reglementierten und nicht-reglementierten Berufe, einer Zusammenstellung der relevanten Gesetzesgrundlagen, den Sonderregelungen für Spätaussiedler, den Möglichkeiten zur Befreiung von Prüfungsleistungen und vielem mehr – verständlich, übersichtlich und klar sind die Informationen zum Thema Anerkennung.

Der gesamte Wegweiser steht digital unter www.handwerk-nrw.de > Service > Migration als PDF-Datei zur Verfügung.

Das Netzwerk IQ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unterstützt. Weitere Details aus der IQ-Arbeit: www.intqua.de

Quelle: http://whkt.de/

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“Wer will, ist im Handwerk willkommen!”

Montag 3. Januar 2011 von mschuette

Bei den Schulabgängern ist wieder mehr Leistungsbereitschaft spürbar, stellt Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) im Interview mit der Saarbrücker Zeitung (27. Dezember 2010) fest. “Wir merken, dass mehr Jugendliche sich anstrengen, um einen Platz im Berufsleben zu finden”, so Kentzler. Angesichts von mehreren tausend unbesetzt gebliebenen Lehrstellen, lädt er alle Jugendlichen ein, sich über die spannenden und innovativen Berufe im Handwerk zu informieren: “Das Handwerk will das Potenzial erschließen, das wir im Land haben.”

Herr Kentzler, wer heute einen Handwerker bestellt, muss mitunter lange auf einen Termin warten. Ihrer Zunft scheint es ziemlich gut zu gehen, oder?

Kentzler: Mein Grundsatz ist: Wenn sich ein Kunde meldet, dann bekommt er innerhalb von zwei Tagen Antwort. Und wenn das Wetter mitspielt, auch einen Termin. In der Tat ist es jedoch so, dass sich die konjunkturelle Entwicklung in den vergangenen Monaten positiv auf die Lage im Handwerk ausgewirkt hat. Dadurch sind gerade im Ausbaubereich die Betriebe gut ausgelastet. Das sichert Arbeitsplätze, Steuer- und Beitragseinnahmen.

Jetzt stapeln sie aber ziemlich tief.

Kentzler: Das tue ich nicht. Die Lage ist stabil, auch bei Beschäftigung und Ausbildung. Aber wir hängen weniger vom Export, als vielmehr von der Entwicklung der Binnenkonjunktur ab. Für die Hoffnung, dass sich der positive Konjunkturtrend fortsetzt, gibt es gute Gründe. Aber Gewissheit habe ich nicht.

Täuscht der Eindruck, dass die Qualität im Handwerk nachgelassen hat?

Kentzler: Allein wegen Ihrer Frage muss ich mir schon Gedanken machen. Denn Handwerk setzt ja gerade auf Qualität. Insbesondere in der Ausbildung. Doch eins ist richtig: Es sind viele Betriebe in Handwerksbereichen entstanden, in denen man sich auch ohne Ausbildung betätigen kann. Ich kann den Kunden nur raten, auf die Qualifikation des Handwerkers zu achten, ruhig einmal mehr nach dem Gesellen- oder Meisterbrief zu fragen. Die Leistung eines Facharbeiters muss dann auch ihren Preis haben. Nur billig geht selten gut.

Wie wird sich im kommenden Jahr die Ausbildungssituation im Handwerk entwickeln?

Kentzler: Wir haben jetzt schon die Situation, dass wir in den neuen Bundesländern viele tausend Lehrstellen nicht besetzen können. Dort hat sich innerhalb von zehn Jahren die Zahl der jugendlichen Schulabgänger halbiert. In den alten Ländern schlägt dieser Trend erst langsam durch. 2011 haben wir allerdings eine riesige Chance, durch die doppelten Abiturjahrgänge und die Abschaffung der Wehrpflicht auch höher qualifizierte Jugendliche in größerer Zahl für das Handwerk zu gewinnen. Wir müssen den Jugendlichen vermitteln, wie spannend und innovativ das Handwerk ist ? und das tun wir derzeit durch eine große Imagekampagne. Unsere Gesundheitsberufe machen es bereits vor: Bei Hörgeräteakustikern oder Augenoptikern liegt der Abiturientenanteil der Lehrlinge schon über 50 Prozent.

Sie haben sich aber oft über die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger beklagt. Hat sich da was verändert?

Kentzler: Die jüngste Pisa-Studie bestätigt, dass die Ergebnisse der Schüler besser werden. Wir merken auch, dass mehr Jugendliche Bildung und Ausbildung wollen; dass sie sich anstrengen, um einen Platz im Berufsleben zu finden. Wer will, der ist bei uns immer willkommen ? auch wenn die Betriebe manche Schwäche ausbügeln müssen. Zum Beispiel durch Nachhilfe. Die Bundesländer müssen noch einiges tun, um das gesetzte Ziel der Halbierung der Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss zu erreichen.

Setzt das Handwerk auch auf Zuwanderung?

Kentzler: Für das Handwerk kommt es vor allem darauf an, das Potenzial zu erschließen, das wir hier im Land haben. Wir werben zum Beispiel verstärkt bei Migranten für eine Ausbildung. Außerdem gebe ich zu bedenken: Im Moment sind wir kein Zuwanderungs-, sondern ein Auswanderungsland. Wenn wir nicht die Voraussetzungen schaffen, dass gute Leute hier bleiben, kann das gefährlich werden für die deutsche Wirtschaft und das Handwerk.

Interview: Hagen Strauß

Quelle: http://www.zdh.de/

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