Bildungsmanagement Online

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Archiv für September, 2010

OECD bestätigt Qualität der dualen Ausbildung

Dienstag 28. September 2010 von hpuchalla

Im Rahmen der internationalen Studie “Learning for Jobs” führte die OECD in den letzten drei Jahren Erhebungen in insgesamt 16 Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland – zum Berufsbildungssystem durch. Die Ergebnisse werden heute auf einer Konferenz zur Zukunft der Beruflichen Bildung in Leipzig vorgestellt. Die Konferenz wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von der OECD unter Beteiligung der Kultusministerkonferenz veranstaltet. Vertreter aus 22 Staaten haben ihre Teilnahme zugesagt. Im Fokus stehen dabei demografische, technologische und wirtschaftliche Veränderungen als Herausforderungen für die Zukunftsfähigkeit der Berufsbildungssysteme.

Die hohe Qualifizierung von Absolventen der dualen Berufsausbildung ist unter anderem auf einen sich gegenseitig verstärkenden theorie- und praxisbasierten Lernansatz zurückzuführen, wie für Deutschland von der OECD bescheinigt wird. “Die Studie bestätigt erfreulich klar die Qualität und Zukunftsfähigkeit unseres dualen Berufsbildungssystems, das in zunehmendem Wettbewerb um junge Menschen mit dem Hochschulbereich steht”, sagte BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen im Vorfeld der Konferenz.

Handlungsbedarf wird Deutschland im Übergang von der allgemeinbildenden Schule zur beruflichen Ausbildung attestiert. Noch zu viele Schüler verweilten im Übergangssystem, statt direkt in eine Ausbildung zu münden. Hier muss die relativ frühe Entscheidung für einen Beruf laut OECD besser unterstützt werden. Quennet-Thielen: “Die Übergänge in die Ausbildung und später in den Beruf müssen noch verbessert werden – ein Thema, das wir bereits angehen.” Genau hier setzt die jüngste Initiative “Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Abschluss” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an.

Die OECD stellt in ihren Erhebungen fest, dass die tertiäre Bildung durch die Ausweitung und die Flexibilisierung von Bildungsgängen zunehmend attraktiver werde. “Mit der Öffnung des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte verfügt Deutschland bereits über eine hohe Durchlässigkeit von der beruflichen zur tertiären Bildung”, sagte die Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz Prof. Dr. Birgitta Wolff. “Diese Chance sollte noch häufiger genutzt werden.”

Die OECD-Veröffentlichung “Lernen für die Arbeitswelt” sowie der Länderbericht Deutschland kann erworben werden über:
www.oecd.org/edu/learningforjobs
Mail:
jennifer.gouby@oecd.org
Tel: 0331/45 24 92 18

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Weiterbildung kann so einfach und effizient sein

Montag 27. September 2010 von hpuchalla

Am 24. September ist Tag der Weiterbildung. Doch Deutschland hinkt in Sachen Bildung und Weiterbildung anderen Industriestaaten hinterher. Das ergab die neue OECD-Studie. Die kostenlose Lernplattform der Initiative IT-Fitness bietet eine Erfolg versprechende und vor allem kostenlose IT-Weiterbildungsmöglichkeit an, die jeder nutzen kann. Das Beste: Der Teilnehmer der E-Learning-Plattform bestimmt Zeit und Ort der Weiterbildung selbst. Mehr zu diesem Thema …

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q-online.de – die Community für das Handwerk

Mittwoch 22. September 2010 von hpuchalla

Seit Anfang September ist q-online.de in neuem Design und mit vielen neuen Funktionen ausgestattet. In q-online.de sind die Initiativen “Lehrlinge gehen online” und “IT-Fitness” integriert worden. Des Weiteren können Interessierte Demolektionen zu den E-Learning-Qualifizierungen des Handwerks aufrufen und testen. Die vielen neuen Funktionen der Community liegen hinter dem “Login”. Denn diese für das Handwerk exklusive Community bietet die Vernetzung wie in facebook, die Kommunikation in Gruppen, die Suche nach Bildungsangeboten und viele kostenfreie Online-Bausteine zum Üben und Lernen.


Die Zugänge für die Community werden nur über Handwerkskammern, Fachverbände und die ZWH vergeben. Haben Sie Interesse? Dann schreiben Sie eine E-Mail an holger.puchalla@zwh.de.

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Interaktive Lerninhalte selbst erstellen

Montag 20. September 2010 von hpuchalla

Die Lern- und Arbeitsplattform qualiboXX von Schulen ans Netz bietet Bildungsträgern, die in der beruflichen Integrationsförderung tätig sind, ein breites Unterstützungsangebot für ihre Arbeit mit förderbedürftigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ab sofort können Pädagoginnen und Pädagogen auch eigene Lerninhalte auf der Plattform entwickeln.

Bonn, 17.09.2010: Mit der neuen Funktion „Courselets“ können schnell und unkompliziert kleine Lerneinheiten erstellt werden. Auch komplexe Kurse mit Texten, Bildern, Audio- oder Videodateien lassen sich flexibel strukturieren und mit interaktiven Übungen und Tests zusammenstellen. Ein fertiges „Courselet“ kann in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Plattform, beispielsweise in den Lerngruppen, bereitgestellt werden. Die interaktiven Aufgaben in einem Courselet bieten Lehrenden und Lernenden die Möglichkeit, den Lernerfolg einzusehen.

qualiboXX bietet interessierten Pädagoginnen und Pädagogen umfangreiche Unterstützung beim Einstieg in die Erstellung eigener E-Learning-Angebote. Neben einem Handbuch können sie auch ein Einführungs-Courselet nutzen, um die Möglichkeiten der neuen Funktion direkt selbst zu erfahren. Im Bereich Community erhalten Mitglieder des Portals weitere Hilfe in der Gruppe „Courselets“. Hier können Fragen rund um das neue Werkzeug mit anderen Nutzern diskutiert oder direkt an das qualiboXX-Team gestellt werden. In dieser Community-Gruppe beginnt zudem am 13.10. ein vierwöchiger Online-Workshop, in dem das Erstellen von Courselets Schritt für Schritt erprobt wird.

Mehr Informationen unter  http://www.qualiboxx.de/ww3ee/courselets.php

Schulen ans Netz e.V. ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Telekom AG. Der gemeinnützige Verein mit gesamtgesellschaftlichem Bildungsauftrag ist ein Kompetenzzentrum für die Nutzung digitaler Medien in der Bildung. Das Projekt qualiboXX unterstützt das pädagogische Personal der Bildungsträger, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der beruflichen Integrationsförderung beim Übergang von der Schule in den Beruf begleitet. qualiboXX wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

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100.000ster Schüler im Berufsorientierungsprogramm des BMBF

Montag 13. September 2010 von hpuchalla

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Dr. Helge Braun, ehrt heute die siebte Klasse der Erich-Kästner-Haupt- und Realschule aus Homberg/Efze, die den 100.000sten Schüler zur Berufsorientierung an die Werkbank schickt. Diese steht beim Starthilfe Ausbildungs-Verbund Schwalm-Eder e.V. Der Ausbildungsverbund bietet insgesamt 150 Schülerinnen und Schülern die Chance, in Berufe aus dem Garten- und Landschaftsbau, der Gastronomie und dem Metallbau hinein zu schnuppern.

“Dieses Programm bietet den Jugendlichen schon in der siebten Klasse die Möglichkeit, mit einer vorgeschalteten Potenzialanalyse die eigenen Fähigkeiten und Interessen auszuloten. Die Jugendlichen machen sich selbst auf die Suche nach ihren Talenten”, sagte Braun. In Klasse acht können sie dann eigenhändig schweißen, malern, gärtnern und feststellen, wie viel Freude es machen kann, selbst etwas herzustellen und das eine oder andere Werkstück mit nach Hause zu nehmen. Durch das Programm wird aber auch die Gelegenheit für Mädchen und Jungen gefördert, für sie ungewöhnliche Berufe auszuprobieren. So können sich Mädchen als Metallbauerin erproben oder Jungen Berufe aus der Hauswirtschaft kennenlernen.

“Es ist aber auch wichtig, frühzeitig einen realistischen Einblick in die Berufswelt zu bekommen. Denn nur dann erkennen die Jugendlichen, dass sie für einen handwerklichen oder einen anderen dualen Ausbildungsberuf auch das brauchen, was in der Schule angeboten wird, vor allem Mathematik und Deutsch”, unterstreicht Braun und ergänzt: “Wer von einem erfahrenen Ausbildungsmeister gesagt bekommt, dass er gut im Team arbeitet oder eine saubere Schweißnaht gezogen hat, geht mit mehr Motivation und Selbstbewusstsein zurück an die Schule. Dies wird auch zu einer Senkung der immer noch zu hohen Schul- und Ausbildungsabbrüche führen”.

Seit April 2008 fördert das BMBF solche Praxiserfahrungen mit dem Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten (BOP) und hat hierfür bereits ca. 30 Mio. Euro ausgegeben. “Die ungebrochene hohe Nachfrage zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind”, betont der Staatssekretär bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides an den Starthilfe  Ausbildungs-Verbund. Damit die Bildungskette danach nicht abreißt, werden in den Vorabgangsklassen Berufseinstiegsbegleiter eingesetzt, die bedürftigen Schülerinnen und Schülern auf ihrem Weg bis in die Ausbildung zur Seite stehen.

Weitere Informationen unter
www.BIBB.de/berufsorientierung;
Hotline: 0228/107-1031;
Mail:
berufsorientierung@bibb.de

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Arbeitsmarkt der Zukunft: Arbeitskräftebedarf und -angebot bis 2025

Montag 6. September 2010 von hpuchalla

Wie groß könnte künftig der Bedarf an Arbeitskräften in bestimmten Berufsfeldern sein – und wie hoch wird das Angebot voraussichtlich ausfallen? Das Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg haben jetzt gemeinsam neue Modellrechnungen zur Entwicklung des Arbeitsmarktes bis zum Jahr 2025 unter dem Titel “Beruf und Qualifikation in der Zukunft” als Buch veröffentlicht.
Mit dem Nachzeichnen der Wege zwischen erlerntem und ausgeübtem Beruf (berufliche Flexibilität) betritt die Studie methodisches Neuland. Längerfristige Berufsfeld- und Qualifikationsentwicklungen können nun differenzierter aufgezeigt werden und so frühzeitig auf Handlungsbedarf für eine größere Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt aufmerksam machen. Die Projektionen zeigen unter anderem, in welchen Bereichen ein erheblicher Fachkräftemangel entstehen könnte und welche Qualifikationsebenen besonders von Arbeitslosigkeit bedroht sein werden.
Die jetzt vorgestellte Modellrechnung ist Teil einer langfristig angelegten Kooperation zwischen BIBB und IAB zu Berufsfeld- und Qualifikationsprojektionen.

Insbesondere bei den Fachkräften auf der mittleren Qualifikationsebene droht ein wesentlicher Engpass, da dem nahezu gleichbleibenden Bedarf an Beschäftigten bis 2025 ein zunächst bis 2015 leicht, danach aber rasanter Rückgang der Erwerbspersonen mit entsprechenden Qualifikationen gegenübersteht. Zudem scheidet ab dem Jahr 2020 eine steigende Zahl von Fachkräften aus dem Erwerbsleben aus. So könnte sich bis zum Jahr 2025 ein Mangel in einer Größenordnung von rund 1,8 Millionen Erwerbspersonen ergeben.

Bei den Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss wird der Bedarf nach den Projektionen von BIBB und IAB bis zum Jahr 2025 zwar ebenso zurückgehen wie auch das Angebot. Dennoch wird es für diese, insgesamt kleiner werdende Gruppe zunehmend schwieriger werden, eine Beschäftigung zu finden.

“Hier sind massive Nachqualifizierungen notwendig, um einem drohenden Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu sichern”, so Prof. Dr. Reinhold Weiß, stellvertretender Präsident und Forschungsdirektor des BIBB.

Prof. Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des IAB, betont, dass die Systeme der Berufs- und Hochschulabschlüsse künftig durchlässiger werden müssen. “Bislang sind sie zu sehr gegeneinander abgeschottet. Hier gibt es noch vielfältige ungenutzte Potenziale. In Zukunft können wir es uns keinesfalls mehr erlauben, diese Potenziale zu vergeuden.”

Noch früher und nachhaltiger werden die Engpässe auf der Ebene von Berufsfeldern erkennbar. “Der sich verschärfende Mangel an ausgebildeten Fachkräften wird sich in Gesundheits- und Sozialberufen, aber auch in Rechts-, Management- und wirtschaftswissen-schaftlichen Berufen sehr früh zeigen”, so die Berufs- und Arbeitsmarktforscher und Autoren der Studie Dr. Robert Helmrich (BIBB) und Dr. Gerd Zika (IAB). “Auch in MINT-Berufen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, wird es zu Engpässen kommen, da gerade diese Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt sehr nachgefragt sind.”

Ein Arbeitskräftemangel wird sich laut Projektion beispielsweise auch bei den Verkehrs-, Lager-, Transport-, Sicherheits- und Wachberufen sowie in der Gastronomie zeigen, wobei sich diese Berufsfelder überwiegend aus fachfremden Arbeitskräften rekrutieren.

Die Entwicklungen, die in den Modellrechnungen von BIBB und IAB ausgewiesen werden, müssen nicht zwangsläufig so eintreten, weil Unternehmen  wie auch Arbeitssuchende unterschiedliche Möglichkeiten haben, darauf zu reagieren. Die Analysen sollen aber vor allem auf die Bereiche hinweisen, in denen es aus heutiger Sicht Engpässe geben wird und wo mit Ausgleichsproblemen zu rechnen ist.

Ansprechpartner:
Dr. Robert Helmrich (BIBB), Tel.: 0228/107-1132
Dr. Gerd Zika (IAB), Tel.: 0911/179-3072

Weitere Informationen im Internetangebot des BIBB unter www.qube-projekt.de

Die Veröffentlichung “Beruf und Qualifikation in der Zukunft. BIBB-IAB-Modellrechnungen zu den Entwicklungen in Berufsfeldern und Qualifikationen bis 2025″ ist in der BIBB-Schriftenreihe “Berichte zur beruflichen Bildung” (ISBN 978-3-7639-1137-0) erschienen. Sie ist unter service@wbv.de zum Preis von 27,90 Euro beim W. Bertelsmann Verlag (wbv) in Bielefeld erhältlich.

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