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Archiv für die 'Studie' Kategorie

Übergangssystem zwischen Schule und Ausbildung dringend reformbedürftig

Montag 17. Januar 2011 von mschuette

Ergebnisse einer Expertenbefragung von BIBB und Bertelsmann Stiftung:

Das Übergangssystem zwischen Schule und Berufsausbildung ist dringend reformbedürftig. Zu diesem Schluss gelangen rund 500 Berufsbildungsexpertinnen und -experten, die im Rahmen einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bertelsmann Stiftung die gegenwärtigen Bedingungen beim Übergang Schule – Berufsausbildung bewerteten. Eine große Mehrheit von 89 % gibt an, dass es beim Einsatz von finanziellen Mitteln und Personal im Übergangssystem an Effektivität mangelt. Mehr als drei Viertel der Fachleute kritisieren, dass die zahlreichen unterschiedlichen Maßnahmen und Bildungsgänge inzwischen kaum noch zu überblicken sind. Trotz aller notwendigen Reformen ist das Übergangssystem aber grundsätzlich unverzichtbar: 81 % der Berufsbildungsfachleute sind der Meinung, dass auch in Zukunft Maßnahmen und Aktivitäten erforderlich sein werden, um Jugendliche beim Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung zu unterstützen.

Im Jahr 2009 begannen immer noch rund 347.000 Jugendliche mit einer Übergangsmaßnahme zwischen Schule und Berufsausbildung. Nach Schätzungen von Fachleuten führt dies zu Kosten von jährlich über 4 Milliarden Euro. Oft sind es Jugendliche aus weniger privilegierten Familien, die Probleme bei der Berufswahl und Ausbildungssuche haben. Vor diesem Hintergrund fordern die Expertinnen und Experten, bereits in den allgemeinbildenden Schulen mehr für die Prävention zu tun: Mehr als 80 % wünschen sich ein eigenständiges Fach “Berufsorientierung”. Dieses sollte von allen Schülerinnen und Schülern über mehrere Jahre besucht werden. Zudem sollte für alle gefährdeten Jugendlichen eine individuelle Übergangsbegleitung von der Schule in die Ausbildung mit einer festen Vertrauensperson erfolgen. Betriebe sollten bei Schwierigkeiten in der Ausbildung, bei denen zum Beispiel ein Ausbildungsabbruch droht, kostenfrei auf einen externen persönlichen Ansprechpartner zurückgreifen können, so die Forderung von 85 % der Fachleute.

Nach Auffassung von Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, könne es sich Deutschland schlichtweg nicht mehr leisten, viele Jugendliche erst über Umwege oder Warteschleifen in eine Ausbildung zu bringen oder sie sogar ganz ohne Berufsausbildung auf den Arbeitsmarkt zu entlassen. “Wir brauchen klare und transparente Übergangswege, die den Jugendlichen nützen und ihnen die Chance auf einen Ausbildungsplatz geben”, so Dräger.
“Die vielen Programme und Initiativen, die schon heute neue Ansätze zur Unterstützung der Jugendlichen beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung erproben, müssen besser miteinander verbunden werden”, sagte BIBB-Präsident Manfred Kremer. Vieles laufe zu unkoordiniert nebeneinander her und selbst Fachleuten falle es mittlerweile schwer, den Überblick zu behalten. Die Studie zeige nun, welche der vorhandenen Ansätze aus der Perspektive der verschiedenen Akteure in der Berufsbildung ausgeweitet und verstetigt werden sollten.

Für die Studie wurden innerhalb des “Expertenmonitors Berufliche Bildung” des BIBB im Herbst 2010 deutschlandweit rund 500 Berufsbildungsfachleute befragt. Die Fachleute stammen aus unterschiedlichsten Institutionen wie zum Beispiel Betrieben, Schulen, überbetrieblichen Bildungsstätten, Kammern, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Forschungseinrichtungen.

Die gemeinsame Studie des BIBB und der Bertelsmann Stiftung “Reform des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung: Aktuelle Vorschläge im Urteil von Berufsbildungsexperten und Jugendlichen” kann kostenlos unter www.expertenmonitor.de abgerufen werden.

Ansprechpartner im BIBB:
Andreas Krewerth, Tel.: 0228 / 107-1110

Ansprechpartnerin bei der Bertelsmann Stiftung:
Christine Gouverneur, Tel.: 05241 / 8181-413
E-Mail: christine.gouverneur@bertelsmann-stiftung.de

BIBB und Bertelsmann Stiftung veröffentlichen diese Pressemitteilung parallel.

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

Quelle: http://www.bibb.de/de/56971.htm

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OECD bestätigt Qualität der dualen Ausbildung

Dienstag 28. September 2010 von hpuchalla

Im Rahmen der internationalen Studie “Learning for Jobs” führte die OECD in den letzten drei Jahren Erhebungen in insgesamt 16 Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland – zum Berufsbildungssystem durch. Die Ergebnisse werden heute auf einer Konferenz zur Zukunft der Beruflichen Bildung in Leipzig vorgestellt. Die Konferenz wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von der OECD unter Beteiligung der Kultusministerkonferenz veranstaltet. Vertreter aus 22 Staaten haben ihre Teilnahme zugesagt. Im Fokus stehen dabei demografische, technologische und wirtschaftliche Veränderungen als Herausforderungen für die Zukunftsfähigkeit der Berufsbildungssysteme.

Die hohe Qualifizierung von Absolventen der dualen Berufsausbildung ist unter anderem auf einen sich gegenseitig verstärkenden theorie- und praxisbasierten Lernansatz zurückzuführen, wie für Deutschland von der OECD bescheinigt wird. “Die Studie bestätigt erfreulich klar die Qualität und Zukunftsfähigkeit unseres dualen Berufsbildungssystems, das in zunehmendem Wettbewerb um junge Menschen mit dem Hochschulbereich steht”, sagte BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen im Vorfeld der Konferenz.

Handlungsbedarf wird Deutschland im Übergang von der allgemeinbildenden Schule zur beruflichen Ausbildung attestiert. Noch zu viele Schüler verweilten im Übergangssystem, statt direkt in eine Ausbildung zu münden. Hier muss die relativ frühe Entscheidung für einen Beruf laut OECD besser unterstützt werden. Quennet-Thielen: “Die Übergänge in die Ausbildung und später in den Beruf müssen noch verbessert werden – ein Thema, das wir bereits angehen.” Genau hier setzt die jüngste Initiative “Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Abschluss” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an.

Die OECD stellt in ihren Erhebungen fest, dass die tertiäre Bildung durch die Ausweitung und die Flexibilisierung von Bildungsgängen zunehmend attraktiver werde. “Mit der Öffnung des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte verfügt Deutschland bereits über eine hohe Durchlässigkeit von der beruflichen zur tertiären Bildung”, sagte die Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz Prof. Dr. Birgitta Wolff. “Diese Chance sollte noch häufiger genutzt werden.”

Die OECD-Veröffentlichung “Lernen für die Arbeitswelt” sowie der Länderbericht Deutschland kann erworben werden über:
www.oecd.org/edu/learningforjobs
Mail:
jennifer.gouby@oecd.org
Tel: 0331/45 24 92 18

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Arbeitsmarkt der Zukunft: Arbeitskräftebedarf und -angebot bis 2025

Montag 6. September 2010 von hpuchalla

Wie groß könnte künftig der Bedarf an Arbeitskräften in bestimmten Berufsfeldern sein – und wie hoch wird das Angebot voraussichtlich ausfallen? Das Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg haben jetzt gemeinsam neue Modellrechnungen zur Entwicklung des Arbeitsmarktes bis zum Jahr 2025 unter dem Titel “Beruf und Qualifikation in der Zukunft” als Buch veröffentlicht.
Mit dem Nachzeichnen der Wege zwischen erlerntem und ausgeübtem Beruf (berufliche Flexibilität) betritt die Studie methodisches Neuland. Längerfristige Berufsfeld- und Qualifikationsentwicklungen können nun differenzierter aufgezeigt werden und so frühzeitig auf Handlungsbedarf für eine größere Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt aufmerksam machen. Die Projektionen zeigen unter anderem, in welchen Bereichen ein erheblicher Fachkräftemangel entstehen könnte und welche Qualifikationsebenen besonders von Arbeitslosigkeit bedroht sein werden.
Die jetzt vorgestellte Modellrechnung ist Teil einer langfristig angelegten Kooperation zwischen BIBB und IAB zu Berufsfeld- und Qualifikationsprojektionen.

Insbesondere bei den Fachkräften auf der mittleren Qualifikationsebene droht ein wesentlicher Engpass, da dem nahezu gleichbleibenden Bedarf an Beschäftigten bis 2025 ein zunächst bis 2015 leicht, danach aber rasanter Rückgang der Erwerbspersonen mit entsprechenden Qualifikationen gegenübersteht. Zudem scheidet ab dem Jahr 2020 eine steigende Zahl von Fachkräften aus dem Erwerbsleben aus. So könnte sich bis zum Jahr 2025 ein Mangel in einer Größenordnung von rund 1,8 Millionen Erwerbspersonen ergeben.

Bei den Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss wird der Bedarf nach den Projektionen von BIBB und IAB bis zum Jahr 2025 zwar ebenso zurückgehen wie auch das Angebot. Dennoch wird es für diese, insgesamt kleiner werdende Gruppe zunehmend schwieriger werden, eine Beschäftigung zu finden.

“Hier sind massive Nachqualifizierungen notwendig, um einem drohenden Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu sichern”, so Prof. Dr. Reinhold Weiß, stellvertretender Präsident und Forschungsdirektor des BIBB.

Prof. Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des IAB, betont, dass die Systeme der Berufs- und Hochschulabschlüsse künftig durchlässiger werden müssen. “Bislang sind sie zu sehr gegeneinander abgeschottet. Hier gibt es noch vielfältige ungenutzte Potenziale. In Zukunft können wir es uns keinesfalls mehr erlauben, diese Potenziale zu vergeuden.”

Noch früher und nachhaltiger werden die Engpässe auf der Ebene von Berufsfeldern erkennbar. “Der sich verschärfende Mangel an ausgebildeten Fachkräften wird sich in Gesundheits- und Sozialberufen, aber auch in Rechts-, Management- und wirtschaftswissen-schaftlichen Berufen sehr früh zeigen”, so die Berufs- und Arbeitsmarktforscher und Autoren der Studie Dr. Robert Helmrich (BIBB) und Dr. Gerd Zika (IAB). “Auch in MINT-Berufen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, wird es zu Engpässen kommen, da gerade diese Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt sehr nachgefragt sind.”

Ein Arbeitskräftemangel wird sich laut Projektion beispielsweise auch bei den Verkehrs-, Lager-, Transport-, Sicherheits- und Wachberufen sowie in der Gastronomie zeigen, wobei sich diese Berufsfelder überwiegend aus fachfremden Arbeitskräften rekrutieren.

Die Entwicklungen, die in den Modellrechnungen von BIBB und IAB ausgewiesen werden, müssen nicht zwangsläufig so eintreten, weil Unternehmen  wie auch Arbeitssuchende unterschiedliche Möglichkeiten haben, darauf zu reagieren. Die Analysen sollen aber vor allem auf die Bereiche hinweisen, in denen es aus heutiger Sicht Engpässe geben wird und wo mit Ausgleichsproblemen zu rechnen ist.

Ansprechpartner:
Dr. Robert Helmrich (BIBB), Tel.: 0228/107-1132
Dr. Gerd Zika (IAB), Tel.: 0911/179-3072

Weitere Informationen im Internetangebot des BIBB unter www.qube-projekt.de

Die Veröffentlichung “Beruf und Qualifikation in der Zukunft. BIBB-IAB-Modellrechnungen zu den Entwicklungen in Berufsfeldern und Qualifikationen bis 2025″ ist in der BIBB-Schriftenreihe “Berichte zur beruflichen Bildung” (ISBN 978-3-7639-1137-0) erschienen. Sie ist unter service@wbv.de zum Preis von 27,90 Euro beim W. Bertelsmann Verlag (wbv) in Bielefeld erhältlich.

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Sind Auszubildende mit ihrer Vergütung zufrieden?

Montag 5. Juli 2010 von hpuchalla

Bereits während der Ausbildungszeit “eigenes Geld” zu verdienen, stellt für junge Menschen einen besonderen Pluspunkt der dualen Berufsausbildung dar. Die gezahlten Ausbildungsvergütungen variieren allerdings sehr stark. Aktuell reichen die Vergütungen für viele Auszubildende nicht zur Finanzierung ihrer Lebensführung aus. Über ein Viertel von ihnen nimmt die Belastung eines Nebenjobs auf sich – teilweise zur Deckung der Kosten ihrer Grundversorgung, teilweise aber auch zur Erfüllung zusätzlicher Wünsche.

Quelle und weiterlesen: www.bibb.de.

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Internetnutzung und Web 2.0 im Handwerk

Dienstag 4. Mai 2010 von hpuchalla

von Holger Puchalla und Marcel Vervenne

Als vielseitigster Wirtschaftsbereich erreicht das Handwerk mit über 965.000 Betrieben sowie mit über 4,8 Mio. Beschäftigten und 479.000 Auszubildenden einen Jahresumsatz inkl. MwSt. von über 511 Mrd. EUR. Gemessen am Bestand der Auszubildenden im Jahr 2007 liegt der Frauenanteil bei 23,4%. Da die handwerklichen Berufe sehr technikgetrieben sind, ist die Aus- und Weiterbildung innerhalb des Handwerks besonders wichtig. Im Jahr 2008 gab es 126.507 bestandene Gesellenprüfungen, 37.765 bestandene Fortbildungsprüfungen und 21.249 bestandene Meisterprüfungen. (Quellen: ZDH  und ZDH-Statistik)

Seit 1999 bieten die Bildungszentren im Handwerk Blended-Learning-Angebote für die Meistervorbereitung und die Qualifizierung zum „Betriebswirt/-in (HWK)“ an.  Seit 2006 engagiert sich das Handwerk mit den Initiativen „Lehrlinge gehen online“ und „IT-Fitness“ für eine kostenfreie IT-Qualifizierung im Handwerk, da die Schulabsolventen, die eine Lehre im Handwerk beginnen, nicht ausreichende IT-Kenntnisse besitzen. Auch der (N)ONLINER Atlas 2009 bestätigt diese Feststellung, denn im Jahr 2009 werden 41,7% der Menschen in Deutschland mit dem Bildungsabschluss Volks-/Hauptschule als Offliner bezeichnet. (Quelle: (N)ONLINER Atlas 2009, S. 16)
Jedoch gibt es innerhalb des Handwerks eine positive Entwicklung. In den letzten vier Jahren haben über 130.000 Auszubildende im Handwerk den „IT-Fitnesstest“ absolviert, um die eigenen IT-Kenntnisse zu überprüfen. Auch die Zahlen bei den Teilnehmenden in Blended-Learning-Qualifizierungen steigen kontinuierlich an. Über 35.000 angehende Meister nutzten bisher eine Lernplattform mit Selbstlernprogrammen in der Meistervorbereitung. Innerhalb der eingesetzten Lernplattformen werden immer mehr Web2.0-Elemente eingesetzt und die Beschäftigten im Handwerk beginnen, sich zunehmend in Foren auszutauschen und zu informieren. Beispielgebend ist „Das Tischlerforum von Klaus-Hermann Ries“, in dem über 62.000 Beiträge von über 6.400 Nutzenden erstellt wurden. (Quelle: Das Tischlerforum)

Um den Zugang von KMU des Handwerks zur Weiterbildung zu verbessern, ihren Bedarf an Qualifizierungen und Informationen kurzfristig und passgenau zu decken und der Vielfalt unterschiedlicher Fragestellungen, die sich bei KMU aus dem Alltagsgeschäft heraus ergeben, Rechnung zu tragen, wird im Rahmen des Projekts „E-Learning 2.0 im Handwerk“ eine onlinebasierte Community-Plattform für das Handwerk entwickelt, die auf Web 2.0 Technologien basiert und mit bestehenden E-Learning Elementen (Microcontents) verknüpft sein wird. Damit soll Beschäftigten im Handwerk ein schneller Zugang zu erforderlichen Informationen, Unterlagen und Gesprächspartnern mit Fachexpertise verschafft werden, um sie bei ihrer täglichen Arbeit und situativen Anforderungen zu unterstützen.

Weitere Informationen: http://mediendidaktik.uni-duisburg-essen.de/node/6237

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Staatsministerin Böhmer zum Berufsbildungsbericht 2010: „Wir dürfen uns keine Generation der Verlierer leisten“

Montag 15. März 2010 von hpuchalla

Staatsministerin Maria Böhmer hat verstärkte Anstrengungen gefordert, damit mehr Jugendliche aus Zuwandererfamilien eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. „Die Zahlen aus dem Berufsbildungsbericht sind erschreckend: Wenn wir jetzt nicht handeln, erhält unser Land eine Generation der Verlierer. Das dürfen und können wir uns nicht leisten“, betonte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Laut Entwurf des Berufsbildungsberichts 2010 sind ausländische Jugendliche wesentlich seltener an einer Ausbildung beteiligt als gleichaltrige Deutsche. So liegt der Anteil der Ausländer an einer Berufsausbildung bei 32,2 Prozent. Bei den deutschen Jugendlichen sind es 68,2 Prozent. Damit sind ausländische Jugendliche fast so häufig nicht an einer Ausbildung beteiligt wie sich gleichaltrige Deutsche im Ausbildungsprozess befinden.
“Ohne Ausbildung bleiben die Türen zum Arbeitsmarkt verschlossen. Ein sozialer  Aufstieg rückt für Jugendliche aus Zuwandererfamilien damit in weite Ferne. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Die Vereinbarung des Ausbildungspaktes, junge Migranten in diesem Jahr verstärkt in den Blick zu nehmen, muss kraftvoll umgesetzt werden. Ich fordere die Arbeitgeber auf, Jugendlichen aus Zuwandererfamilien mit einem Schulabschluss und bei gleicher Eignung verstärkt eine Chance zu geben. Wegen seines Namens oder seiner Herkunft darf niemand ausgegrenzt werden. Viele Unternehmen setzen bereits auf junge Migranten, denn sie sind die Fachkräfte von morgen!” betonte Böhmer.“Um die Ausbildungsreife der Jugendlichen aus Zuwandererfamilien zu erhöhen, muss ihre individuelle Förderung in der Schule dringend intensiviert werden. Hier sind die Länder in der Pflicht: Im Nationalen Integrationsplan haben sie zugesagt, Schulen mit einem hohen Migrantenanteil noch stärker zu unterstützen. Die hohe Zahl von 15 Prozent ausländischer Schulabbrecher ist ein Alarmsignal! Zudem muss die Berufsorientierung an den Schulen ausgebaut werden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass junge Migranten erfolgreich den Sprung ins Arbeitsleben schaffen. Eine intensive Beratung gibt den Jugendlichen Sicherheit bei der Berufswahl und hilft, Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Die jungen Migranten fordere ich auf, eine Ausbildung auch durchzuhalten und bei Problemen nicht direkt aufzugeben. Wichtig ist zudem, dass Migranteneltern ihre Kinder dabei aktiv unterstützen, Ausbildungsmöglichkeiten auch zu ergreifen”, erklärte Böhmer.
 
“Die Analyse ist bekannt- wir müssen jetzt an die Umsetzung gehen! Es gilt, alle Kräfte zu bündeln. Damit sichern wir langfristig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft”, betonte Böhmer.

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Expertenumfrage – Mehrwert durch IT-Kompetenzen

Montag 25. Januar 2010 von hpuchalla

Vier Entscheider aus dem Mitarbeitermanagement geben Auskunft, wie wichtig IT-Wissen heutzutage im Berufsleben ist und wie der richtige Umgang mit dem Computer die Wettbewerbschancen auf dem Arbeitsmarkt beeinflusst.

Quelle: http://www.it-fitness.de/Aktuelles/expertenumfrage/fit_umfragen.aspx

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Auf Augenhöhe – Die Qualitätssicherungssysteme der beruflichen Bildung stehen denen der Hochschulen in nichts nach

Donnerstag 14. Januar 2010 von hpuchalla

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat eine Studie zum Thema „Vergleich der Qualitätssicherungssysteme in der beruflichen und akademischen Bildung“ der Prognos AG und des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) veröffentlicht ( http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=323736.html).

Die Studie unterstreicht die Gleichwertigkeit der Qualitätssicherungssysteme in der beruflichen und akademischen Bildung. Die Studie leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Vertrauensbildung und zur Versachlichung der Diskussion zwischen der Hochschulseite und der beruflichen Bildung.

DIHK und ZDH werten die Ergebnisse der Studie als wichtige Klarstellung. Sie belege nicht nur das hohe Qualitätsniveau der beruflichen Fortbildung. Sie dokumentiere auch die vielschichtige und umfangreiche Qualitätssicherung der Bildungsträger im Bereich der beruflichen Bildung.

Auch wenn Qualitätssicherung nur mittelbar – über gegenseitiges Vertrauen in die Lernergebnisse eines beruflichen oder akademischen Abschlusses – einen Beitrag zur Diskussion um Gleichwertigkeit liefern kann, sehen sich die beiden Kammerorganisationen durch die Studie in Ihrer Auffassung unterstützt, dass akademische und berufliche Abschlüsse auf gleichem Niveau im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) eingeordnet werden müssen.

Die Autorinnen von Prognos AG und dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) haben in ihrem „Vergleich der Qualitätssicherungssysteme in der beruflichen und akademischen Bildung“ die bestehenden Konzepte synoptisch gegenübergestellt. Dabei wird folgendes deutlich:

  • Beide Bildungsbereiche verfügen über sehr umfangreiche aber unterschiedliche Qualitätssicherungsinstrumente. Im Bereich der beruflichen Fortbildung stehen die streng formalen Neuordnungsverfahren im Vordergrund, im Hochschulbereich wird die Qualität der Studiengänge individuell und profilbezogen geprüft und entwickelt.
  • In beiden Bildungsbereichen werden zunehmend umfassende institutionelle Qualitätssicherungssysteme eingeführt, die eine kontinuierliche qualitative Verbesserung sicherstellen.
  • Eine Übertragung oder Anpassung der historisch gewachsenen Qualitätssicherungssysteme an den jeweils anderen Bereich ist hingegen weder möglich noch erforderlich.

In dem Gutachten werden auch die Arbeitsmarktpotenziale verglichen. Die Ergebnisse unterstreichen die Gleichwertigkeit. Sowohl akademische Abschlüsse als auch solche der beruflichen Fortbildung leisten heute einen wesentlichen Beitrag zur Beschäftigungsfähigkeit. Auch hängen hohe Einkommen heute nicht mehr von einem akademischen Abschluss ab. So wird bei der tariflichen Eingruppierung bereits verstärkt die tatsächliche Tätigkeit und nicht ausschließlich der formale Bildungsabschluss zu Grunde gelegt. In vielen Berufssparten sind daher akademisch oder beruflich qualifizierte Fachkräfte gleichermaßen erfolgreich und erzielen vergleichbar hohe Einkommen.

Quelle: www.zdh.de

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IDC-Umfrage: In fünf Jahren ist IT-Wissen in neun von zehn Jobs eine Schlüsselqualifikation

Montag 28. Dezember 2009 von hpuchalla

Weniger als zehn Prozent aller Jobs werden 2014 ohne IT-Kenntnisse auskommen. Das ist das Ergebnis einer europaweiten Studie des Analystenhauses IDC im Auftrag von Microsoft, einem der Gründungspartner der deutschen Qualifizierungsinitiative IT-Fitness, die bis Ende 2010 vier Millionen Menschen in Deutschland kostenlos berufsrelevante IT-Basiskenntnisse vermitteln möchte.
Im Herbst 2009 befragte IDC dazu 1.000 Personalentscheider aus 13 EU-Ländern* zur Bedeutung von IT-Basiskenntnissen für den beruflichen Erfolg in der heutigen und der zukünftigen Arbeitswelt.

Weiterlesen: http://www.it-fitness.de/Aktuelles/idc_studie.aspx

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Bildungscontrolling: Vor allem in Großbetrieben ein Thema

Mittwoch 16. Dezember 2009 von hpuchalla

BIBB-Umfragen von 1997 und 2008 im Vergleich

Bernd Käpplinger
Veröffentlicht: 11.12.2009
ISSN: 1866-7279
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Controlling hat in vielen Betrieben eine große Bedeutung. Doch wie sieht es mit dem Thema Controlling im Bildungsbereich aus? Im Jahr 2008 hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) nach 1997 eine erneute Befragung zum betrieblichen Bildungscontrolling durchgeführt. Hauptziel war es, empirische Ergebnisse zum Bildungscontrolling im Abstand von zehn Jahren zu vergleichen, um im Zeitverlauf Veränderungen, aber auch Kontinuitäten zu erkennen. Zusätzlich wurden aktuelle Themen wie das Controlling des Lernens am Arbeitsplatz erstmalig untersucht.
Ergebnis: Auf den ersten Blick scheint sich nicht viel verändert zu haben. Schaut man jedoch genauer hin, so erkennt man zum Beispiel große Unterschiede zwischen Groß- und Kleinbetrieben. Bildungscontrolling – insbesondere das Kostencontrolling – ist vor allem in Großbetrieben ein Thema.

Quelle: http://www.bibb.de/de/52959.htm

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